JESSICA HAUSNER: Jessica Hausner, 1972 in Wien geboren, studierte Regie an der dortigen Filmakademie. Mit ihrem ersten Kurzfilm FLORA gewann sie einen Pardino am Filmfestival Locarno. 1999 gründete sie zusammen mit Barbara Albert, Antonin Svoboda und Martin Gschlacht die mittlerweile international renommierte Produktionsfirma coop99. Internationale Aufmerksamkeit erregte Jessica Hausner 2001 mit LOVELY RITA, einer beeindruckenden Studie über die alltägliche Beziehungslosigkeit. Mit HOTEL (2004) wagte sie sich ins Genre des Psychothrillers. 2009 erhielt sie für ihren Film LOURDES eine Einladung in den Wettbewerb der 66. Filmfestspiele von Venedig und wurde mit dem renommierten FIPRESCI-Preis ausgezeichnet.
NENAD PUHOVSKI: Nenad Puhovski wurde 1949 in Zagreb, Kroatien, geboren und wurde schon als Jugendlicher mit den bedeutendsten Preisen für junge Filmemacher in Ex-Jugoslawien ausgezeichnet, bevor er an der Philosophischen Fakultät Zagreb Soziologie und Philosophie und gleichzeitig Regie (Film, TV) an der Academy for Drama Arts studierte. In seinen Dokumentarfilmen wie DEAD HARBOUR, BORDERLINE OF HUNGERS, VOLUNTEER STORIES werden vorwiegend soziale Probleme behandelt, ein weiterer Schwerpunkt ist die bildende Kunst (u.a. FIVE FILMS ABOUT NIVES KK, IN QUEST OF SUTEJ). 1996 gründete Puhovski FACTUM, welches bald zur grössten und einflussreichsten Produktionsfirma für Dokumentarfilme in Kroatien avancierte. Nenad Puhovski gibt Workshops auf der ganzen Welt.
JENNIFER FOX: Jennifer Fox ist als Regisseurin, Produzentin und Kamerafrau international gefragt. Ihr Erstling BEIRUT: THE LAST HOME MOVIE (1987) wurde in über 20 Ländern gezeigt und mehrfach ausgezeichnet, u.a. als bester Dokumentarfilm am Sundance Festival 1988. Die Serie AN AMERICAN LOVE STORY, bei der sie für Produktion, Regie und Kamera verantwortlich zeichnete, wurde 1999 von der „New York Times“ und anderen Publikationen unter die Top Ten-Serien des Jahres eingereiht. Jennifer Fox‘ Sechsteiler FLYING CONFESSIONS OF A FREE WOMAN feierte 2006 am Internationalen Dokumentarfilm Festival Amsterdam (IDFA) Premiere. Für das Südafrikanische Fernsehen produzierte sie PROJECT TEN: REAL STORIES FROM A FREE SOUTH AFRICA. An ihrem jüngsten Werk, RINPOCHE: A FATHER & SON STORY, das einen tibetischen Meister im Exil und seinen Sohn in den Mittelpunkt stellt, hat sie während über zwanzig Jahren gearbeitet.
VILMOS ZSIGMOND: Vilmos Zsigmonds Filmografie liest sich wie kleines Best-of amerikanischer Meisterwerke der letzten Jahrzehnte. Der gebürtige Ungare, der 1957 in die USA emigrierte – im Gepäck dokumentarische 35mm-Aufzeichnungen der ungarischen Revolution von 1956 – etablierte sich in seiner neuen Heimat innerhalb weniger Jahre als bedeutender Kameramann. In Zusammenarbeit mit den prägenden Regisseuren der 1970er Jahren feierte Zsigmond seinen Durchbruch: Altmans Anti-Western MCCABE & MRS. MILLER (1971) brachte ihm seine erste Nomination für den BAFTA Award, Spielbergs Science-Fiction-Film CLOSE ENCOUNTERS OF THE THIRD KIND (1977) einen Oscar. Zsigmond gehört mittlerweile zu den ganz grossen amerikanischen Kameramännern und prägte mit seiner Bildsprache unzählige Filme, wie etwa OBSESSION (1976) THE DEER HUNTER (1978), HEAVEN’S GATE (1980), YOU WILL MEET A TALL DARK STRANGER (2010).
BARRY GIFFORD: Die unheimlichen Welten des Lynch’schen Universum in LOST HIGHWAY (1997) und WILD AT HEART (1990) entspringen nicht nur der düsteren Phantasie eines David Lynch: Mit den Drehbüchern zu den genannten Meisterwerken hat sich der US-amerikanische Schriftsteller und Drehbuchautor Barry Gifford einen Namen geschaffen. Giffords Erzählungen amerikanischer Abgründe umfassen nicht nur Drehbuchvorlagen für Filme wie PERDITA DURANGO (Àlex de la Iglesia, 1997) oder CITY OF GHOSTS (Matt Dillon, 2002), sondern seine eigenständigen literarischen Werke – etwa die Romanserie „Sailor & Lula“, deren erster Band „Wild at Heart“ Vorlage für Lynchs gleichnamigen Film war – wurden mehrfach publiziert und in diverse Sprachen übersetzt.
MILOS FORMAN: ONE FLEW OVER THE CUCKOO'S NEST und AMADEUS gehören zu den erfolgreichsten Autorenfilmen der Filmgeschichte. Obwohl der 1932 in der Nähe von Prag geborene Forman längst US-Staatsbürger geworden ist, gilt er als einer der europäischsten Regisseure Hollywoods. Forman verdiente sich seinen Erfolg, ohne sich auf ein Genre oder einen Stil festzulegen, wenn auch das Komödiantische sein ganzes filmisches Werk durchzieht. Sowohl mit seinen frühen tschechischen Filmen als auch mit seinen amerikanischen Publikumserfolgen etablierte sich Forman als bedeutender Regisseur. Auf das Psychiatriedrama mit Jack Nicholson folgte etwa 1979 die Filmversion des Erfolgsmusicals HAIR, 1981 das Gesellschaftsdrama RAGTIME, MAN ON THE MOON (1999) mit Jim Carrey – und viele weitere Meisterwerke.
DCM MITTE PRODUCTIONS: Mit DCM Productions sind die drei Schweizer Gründer Dario Suter (32), Christoph Daniel und Marc Schmidheiny (beide 26) gemeinsam von Berlin aus in die Filmwelt aufgebrochen. Ihr erster Spielfilm WAFFENSTILLSTAND (Regie: Lancelot von Naso) feierte letztes Jahr Europapremiere im deutschsprachigen Wettbewerb des Zurich Film Festival und wurde von den Zuschauern mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Das Trio befindet sich momentan in der Vorbereitung von Produktionen eigener Stoffe und ist ausserdem involviert in deutsch- und englischsprachigen Koproduktionen. Zukünftig will das junge Unternehmen seine Tätigkeit neben Produktion um das Geschäftsfeld Filmverleih erweitern.
JEREMY THOMAS: Der renommierte Produzent Jeremy Thomas, Inhaber der 1974 gegründeten Recorded Picture Company, etablierte sich mit gleichermassen kommerziell erfolgreichen und von der Kritik gelobten Filmen. Der mehrfach ausgezeichnete Brite arbeitet mit den unterschiedlichsten Regisseuren und verfolgt dabei immer seine Vision eines anspruchsvollen und unabhängigen Kinos. Dabei entstanden Klassiker wie Bernardo Bertoluccis THE LAST EMPEROR (1987), Meisterwerke von Nicolas Roeg, Takeshi Kitano, Nagisa Oshima, Volker Schlöndorff, David Cronenberg sowie herausragende erste Filme wie Jonathan Glazers SEXY BEAST (2000) oder David Mackenzies YOUNG ADAM (2003). In der Zurich Master Class Vertiefung Produktion wird Jeremy Thomas anhand von ausgewählten Beispielen über diese produktiven Zusammenarbeiten und Projektentwicklungen sprechen.
BRAD SIMPSON: Brad Simpson hat sich als Produzent bei der in New York ansässigen Produktionsfirma Killer Films einen Namen geschaffen und überzeugte mit inhaltlich anspruchsvollen Filmen wie BOYS DON’T CRY (1999) oder FAR FROM HEAVEN (2002). Nach einer langjährigen Zusammenarbeit mit Leonardo di Caprio, entwickelt Brad Simpson in Zusammenarbeit mit seinem Partner, dem MONSTERS BALL-Regisseur Marc Foster in der gemeinsamen Produktionsfirma Apparatus Prods. nun vielversprechende zukünftige Projekte. Trotz seiner noch jungen Karriere verfügt der US-amerikanische Produzent sowohl über Erfahrung in der Independent-Filmproduktion als auch – mit the DIARY OF A WIMPY KID (2010) – über einen Einblick ins amerikanische Studiosystem.
ADRIAN GRENIER: Das Multitalent Adrian Grenier, selbst Zielscheibe der Paparazzi-Scharen, dreht in seinem Film TEENAGE PAPARAZZO (2010) den Spiess einfach um und richtet die Kamera auf die Paparazzi selbst. Dieser ironische und spielerische Umgang mit Starkult und seiner eigenen Berühmtheit ist typisch für den jungen Amerikaner, der in seiner Heimat vor allem durch seine Rolle in der TV-Serie ENTOURAGE Berühmtheit erlangte. TEENAGE PAPARAZZO ist Adrian Greniers zweiter Dokumentarfilm, neben Regie und Schauspiel ist der angesagte Star Schlagzeuger, tritt mit seiner Band „The Honey Brothers“ auf und produziert seine Filmprojekte auch gleich selbst.





