Golden Icon
In der Reihe "Golden Icon" zeichnet das Zurich Film Festival herausragende Persönlichkeiten des internationalen Films für ihr Gesamtwerk aus. Im Jahr 2008 wurde zum ersten Mal der Golden Icon Award, der das Lebenswerk eines Schauspielers oder einer Schauspielerin würdigt, verliehen.
Morgan Freeman wurde am 5. Zurich Film Festival mit dem Goldenen Auge für sein Lebenswerk ausgezeichnet
Ende der 1980er Jahre, mit Blick auf Jerry Schatzbergs STREET SMART, fragte Pauline Kael, die legendäre - und legendär unerbittliche - Filmkritikerin des „New Yorker": „Is Morgan Freeman the greatest Ameriacan actor?" Achtzehn Jahre später, anlässlich der Verleihung des Golden Globe für MIILION DOLLAR BABY, beantwortete Clint Eastwood Kaels rhetorische Frage und krönte seinen Star zum „the world`s greatest actor". In der Tat kann Morgan Freeman auf eine aussergewöhnliche Karriere zurückblicken, die sich durch Passion und Disziplin ebenso charakterisiert wie durch Integrität und Stil.
1937 in Memphis geboren, besuchte er das Los Angeles Communitiy College, bevor er in die US Air Force eintrat und dort vier Jahre als Mechaniker arbeitete. Seine erste Schauspielerfahrung sammelte er auf der Bühne unter anderem in der afroamerikanischen Version des Musicals HELLO, DOLLY! Seinen ersten kleinen Leinwandauftritt hatte er - notabene mit der Schweizer Schauspielerin Linda Geiser („Lüthi und Blanc") - 1964 in dem von Rod Steiger dominierten THE PAWNBROKER. Die Basis für seinen beeindruckenden Palamrès legte Freeman aber 1971 mit dem extrem erfolgreichen Kinder-TV-Bildungsprogramm „The Electric Company", in dem er bis 1977 in der Rolle des „Easy Reader" auf den Bildschirmen präsent war und landesweit zum begriff wurde. Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre war Freeman unter anderem in BRUBAKER, EYEWITNESS und MALCOLM X - DEATH OF PROPHET zu sehen. Den internationalen Durchbruch verschaffte ihm 1989 DRIVING MISS DAISY, in dem ihm die Verkörperung des geduldig-freundlichen Chauffeurs zugleich eine Oscar®-Nominierung einbrachte. Freeman agiert souverän in einem breiten Rollenspektrum, das vom Zuhälter in STREET SMART über den vereinsamten besonnenen Detektiv im Thriller SE7EN bis hin zu Gott persönlich - in BRUCE ALMIGHTY und dem Sequel EVAN ALMIGHTY alle Facetten abdeckt. Mit anderen Worten: Ins beengende Korsett des „Type-Casting" liess er sich nie pressen, sein enorm vielfältiges darstellerische Potential - er beherrscht sowohl die leisen Töne als auch die ganz grosse dramatische Geste - machte ihn für Hollywood gleichsam zum Joker.
Viermal war Morgan Freeman für den Oscar® nominiert, für die beste Nebenrolle in STREET SMART sowie für die beste Hauptrolle in DRIVING MISS DAISY und THE SHAWSHANK REDEMPTION. Zugesprochen wurde ihm die Trophäe 2005 als bester Nebendarsteller in MILLION DOLLAR BABY. Zu seinen jüngsten Erfolgen zählt der Kino-Kassenschlager THE DARK KNIGHT.

Es spricht für das leidenschaftliche Interesse Freemans am Medium Film, dass er sich mit dem Platz vor der Kamera nicht begnügen mochte. 1993 führte der Schauspieler erstmals Regie - auch das auf Anhieb erfolgreich. Dem Erstling BOPHA!, einem die südafrikanische Apartheid thematisierenden Drama, attestierte das „Variety" eine enorme emotionale Energie. 1996 gründete Freeman die Produktionsfirma „Revelations Entertainment" aus der unter anderem ALONG CAME A SPIDER und UNDER SUSPICION hervorgingen. Freeman wäre nicht Freeman, würde er sich seinen Filmprojekten nicht mit der gleichen Ernsthaftigkeit widmen, mit der er seine Leinwandarbeit angeht.
Für Dezember ist der Start von INVICTUS geplant. Unter der Regie von Clint Eastwood und zusammen mit Lori McCreary hat Freeman den Film entwickelt und produziert und verkörpert darin den charismatischen Leader Nelson Mandela zur Zeit von dessen Aufstieg zum Präsidenten Südafrikas. Diese Rolle ist durchaus auch Ausdruck des persönlichen Engagement von Morgan Freeman gegen Rassismus. Mit der Unterdrückung und den Bürgerrechten der Afroamerikaner hat sich der Schauspieler immer wieder auseinandergesetzt, beispielsweise in seinen Filme BOPHA! und AMISTAD. Er liess den Worten auch Taten folgen, etwa die grosszügige Unterstützung von Integrationsbemühungen, wie sie letztes Jahr im aufsehenerregenden HBO-Dokumentarfilm PROM NIGHT IN MISSISSIPPI beleuchtet wurden.







